Neukonzeption des Jahrbuchs 2011

Ab 2011 wird das Jahrbuch Querelles in ein elektronisch erscheinendes Open-Access-Periodikum umgewandelt werden, das als erste und bislang einzige vergleichbare Zeitschrift der deutschsprachigen Geschlechterforschung den Anforderungen, freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zu gewährleisten, in vollem Umfang gerecht wird. Die Umstrukturierung wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell gefördert.

Im Einzelnen sind mit der nun geplanten Neuorganisation des Jahrbuchs die folgenden strukturellen Veränderungen vorgesehen:

1. Veränderung der Erscheinungsweise

Zukünftig werden die Vorteile monografischer und periodischer Erscheinungsweisen verknüpft und die Form des Jahrbuchs auf der Grundlage der Möglichkeiten elektronischen Publizierens unter den Bedingungen von Open Access neu definiert: Diese Möglichkeiten erlauben eine Kombination aus fortlaufendem Erscheinen von Einzelbeiträgen mit einer einmaligen jährlichen Präsentation des Gesamtbandes. Jeweils im Frühjahr eines jeden Jahres wird ein Thema festgelegt und ausgeschrieben, zu dem im Verlauf des Jahres Beiträge eingereicht werden können. Diese Beiträge werden dem Begutachtungsverfahren unterzogen und – nach erfolgter positiver Begutachtung und Lektorat – fortlaufend veröffentlicht. Im Oktober des Folgejahres werden die Aufsätze zum Thema – ergänzt um Beiträge in den weiteren (schon jetzt existierenden strukturell definierten) Rubriken Einleitung bzw. Forschungsbericht, Fundstücke, Forum, Auswahlbibliografie – zusammengestellt und präsentiert.

2. Veränderung von Qualitätssicherung und Begutachtung

Die Modernisierung der Zeitschrift dient auch einer Verbesserung der Qualitätssicherung genutzt: Statt eines internen Begutachtungsverfahrens wird (mindestens in der Kernrubrik der thematischen Aufsätze) ein double blind peer review durchgeführt. Dabei werden, um dem Charakter der Geschlechterforschung als interdisziplinärem Feld Rechnung zu tragen, jeweils Gutachten aus der Geschlechterforschung und der jeweiligen Fachdisziplin eingeholt.

3. Veränderung der Organisationsform

Die Umstellung des Workflows durch die Verwendung des elektronischen Redaktionssystems Open Journal Systems bedingt eine Neustrukturierung der Funktionen der am Jahrbuch beteiligten Personen. Der gesamte Publikationsablauf des Jahrbuchs ist ähnlich wie bei etablierten (Open-Access-)Periodika stärker an standardisierten Abläufen ausgerichtet und gewährleistet eine dokumentierte Qualitätssicherung. Ein breit aufgestellter Beirat berät und begleitet das Jahrbuch konzeptionell.

4. Vergrößerung der internationalen Sichtbarkeit

Die Veröffentlichung des Jahrbuchs Querelles als Open-Access-Zeitschrift bietet breitere Rezeptions- und Austauschmöglichkeiten. Das gewählte elektronische Redaktionssystem ermöglicht die parallele Veröffentlichung von Abstracts und/oder Beiträgen in mehreren Sprachen sowie (nachträgliche) Übersetzungen. Sowohl im Beirat als auch als Autor/innen sind Wissenschaftler/innen aus dem internationalen Bereich vertreten.

5. Ausbau der Nachwuchsförderung

Von Anfang an stammte ein wesentlicher Teil der Beiträge in jedem Jahrbuch von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Auch als Herausgeber/innen waren Nachwuchswissenschaftler/innen mit einschlägigen Forschungsschwerpunkten – unterstützt durch institutionell verankerte Forscher/innen – tätig. Durch die mit der Umstellung des Jahrbuchs auf Open Access verbundenen technischen Innovationen werden die Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem wissenschaftlichen Nachwuchs und etablierten Forschenden erleichtert.

Um dem Ziel der Nachwuchsförderung noch stärkere Aufmerksamkeit zu verschaffen, werden Beiträge von Promovierenden besonders unterstützt (ohne die Qualitätssicherung abzuschwächen). Dabei geht es nicht darum, die Zeitschrift oder eine gesonderte Rubrik zum Nachwuchsforum zu machen, sondern den wissenschaftlichen Nachwuchs zur Mitwirkung an einer etablierten Publikation zu gleichen Bedingungen einzuladen.

6. Integration multimedialer Inhalte

Zusätzlich zu Textbeiträgen ist die Bereitstellung multimedialer Beiträge, vor allem in der Rubrik ‚Fundstücke‘ möglich. Es soll sich dabei ausschließlich um Material handeln, das die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema unterstützt, und um ergänzende Angebote zum Thema, nicht um rein illustrative Materialien.

7. Freie Lizenzen

Freie Lizenzen ermöglichen nicht nur den kostenfreien Zugang, sondern auch die freie Vervielfältigung und Verbreitung der veröffentlichten Beiträge unter klaren Lizenzbedingungen. Für das Jahrbuch gilt zukünftig die Lizenz Creative Commons 3.0 Namensnennung.

8. Sicherung von Nachhaltigkeit unter Open-Access-Bedingungen

Unter Open-Access-Bedingungen sind besondere Maßnahmen für die Sicherung der Nachhaltigkeit des Publikationsprojekts vorgesehen Nachhaltigkeit wird beim Jahrbuch Querelles durch die institutionelle Einbindung in das seit 1985 existierende Publikationsförderprogramm zur Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin gewährleistet, das im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bereichs Geschlechterforschung an der Freien Universität fortgeführt und erweitert werden soll.