Transnationale Dialoge am Beispiel des Gender Equality Studies and Training Programme in Island (GEST)

Von Sigríður Þorgeirsdóttir
Themen: Transnationale Dialoge, Transformatives Lernen
Eingereicht am 26.10.2011
Angenommen am 2.4.2012
Veröffentlicht am 24.04.2013

Abstract: In diesem Beitrag wird ein universitäres Lehrexperiment vorgestellt, das auf einem transnationalen Dialog über Fragen der Geschlechter und Minderheiten in unterschiedlichen Kulturen basiert: In dem seit vier Jahren an der Universität Islands existierenden Trainigsprogramm Gender Equality Studies and Training werden Frauen und Männer aus Entwicklungsländern und Post-Konflikt-Gebieten, die auf dem Gebiet der Geschlechtergleichstellung arbeiten, zu einem fünfmonatigen Lehrgang zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit eingeladen und lernen zu einem kleinen Teil zusammen mit isländischen Studierenden. Im vorliegenden Beitrag werden die Erfahrungen und Herausforderungen eines transnationalen Lernprozesses reflektiert, in dem alle Beteiligten neue Perspektiven auf die eigene Lokalisation und die eigenen kulturellen Hintergründe von Geschlechterfragen gewinnen.

1 Vor vier Jahren wurde ein Trainingsprogramm an der Universität Islands begründet, das Gender Equality Studies and Training Programme (kurz GEST) genannt wird.[1] GEST ist ein Kooperationsprojekt der Universität und des Außenministeriums in Island und ist Teil der Entwicklungskooperation des Landes. GEST lädt Leute aus Entwicklungsländern und Post-Konflikt-Gebieten ein, an einem fünfmonatigen Lehrgang zum Thema Gleichstellung der Geschlechter teilzunehmen. Alle Kosten werden vom isländischen Staat bezahlt, so dass die Aufnahme in das Programm die Gewährung eines Stipendiums beinhaltet. Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm ist, dass die Bewerber/innen bereits auf dem Gebiet der Gleichstellung arbeiten, einen universitären Abschluss und genügend Englischkenntnisse haben, um am Lehrgang aktiv teilnehmen zu können.

2 Die Studierenden kommen aus Afghanistan, den besetzten Gebieten in Palästina und aus Afrika. Das Curriculum enthält theoretische und praktische Ausbildungsbestandteile, so dass sich die Studierenden mit Ideen, Instrumenten und Praktiken der Gleichstellung in einem nordeuropäischen Land vertraut machen und sich damit auseinandersetzen können. Dem Programm liegt aber keineswegs die Idee zu Grunde, dass Island ein Rezept für Geschlechtergerechtigkeit anzubieten habe, das andere Länder sich aneignen können. Als nordeuropäisches Land gehört Island zwar zu den Ländern, die es laut internationaler Erhebungen angeblich am weitesten auf diesem Gebiet gebracht haben.[2] Die Lehre und das Training bei GEST beruhen aber auf der Idee eines transnationalen Lernens. Die Studierenden haben die Möglichkeit, sich mit westlichen Ideen und Praxen vertraut zu machen, aber zugleich bekommen die Dozierenden und Trainer/innen sowie die isländischen Studierenden, die an einigen wenigen Teilen des Programms teilnehmen, von den ausländischen Studierenden Informationen über deren Ideen und die Lage der Geschlechter in den jeweiligen Ländern und Kulturen. Sie gewinnen damit neue Perspektiven auf ihren eigenen kulturellen Hintergrund. Das GEST-Programm stellt somit ein Experiment des transnationalen Dialogs über Fragen der Geschlechter und Minderheiten in unterschiedlichen Kulturen dar. Das Resultat ist ein Lernprozess, der in einer Transformation aller Beteiligten besteht.

3 Transnationale Studien mit Teilnehmer/innen aus unterschiedlichen Ländern der Welt erlauben es, überlieferte Dichotomien in Frage zu stellen und zu dekonstruieren. Es sind Unterscheidungen wie die zwischen Entwicklungs- und entwickelten Ländern, die neu ausgehandelt werden. Desweiteren werden die Grenzen zwischen Theorie und Praxis und zwischen individueller und kollektiver Praxis im akademischen Bereich der Lehre im GEST-Programm deutlich. In einem breiteren Zusammenhang ist das GEST-Programm ein Beispiel für die wachsende Bedeutung frauen- und geschlechterspezifischer Maßnahmen in der internationalen Entwicklungskooperation und in der Außenpolitik eines nordischen Landes. Die Dialoge mit den GEST-Studierenden lehren uns dabei, dass der Fokus auf Frauen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, so willkommen er ist, neue Fragen und Probleme aufwirft. Im Folgenden werden diese Lehren, die Möglichkeiten und einige der Herausforderungen des transnationalen GEST-Programmes erörtert.

1. Das GEST-Programm und die Gleichstellung der Geschlechter in Island

4 Das GEST-Programm ist ein Kooperationprojekt des Außenministeriums mit der Universität Islands. Nach einer vierjährigen Pilotphase wurde beantragt, dass das Programm als ein Teil der Universität der Vereinten Nationen anerkannt wird.[3] Das Programm tritt dann in die Fußstapfen von drei anderen isländischen Trainingsprogrammen: The Geothermal Training Programme,[4] The Fisheries Training Programme[5] und The Land Restoration Training Programme[6] – das älteste dieser Programme existiert seit über drei Jahrzehnten. Diese Programme sind – trotz anderer Themenschwerpunkte – strukturelle Vorbilder für das GEST-Programm. Ihnen ist gemeinsam, dass sie Ausbildung auf Gebieten anbieten, auf denen spezielle Erkenntnisse und Erfahrungen in Island gesammelt worden sind. Zugleich stellen die Programme eine besondere Variante der Entwicklungszusammenarbeit dar: Es werden Spezialistinnen und Spezialisten aus sog. Entwicklungsländern eingeladen, die in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet die Arbeitweise sowie die zugrundeliegenden Ideen und Methoden in einem anderen Land kennenlernen. Dadurch gewinnen sie Distanz zu ihren eigenen Verhältnissen, sehen diese in einem anderen Licht und lernen etwas Neues für ihre Tätigkeit in ihrem Heimatland.

5 Als Neuling unter diesen Programmen repräsentiert GEST die feministische Akzentverschiebung in der Außen- und Entwicklungspolitik Islands. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends hatte das Land zweimal Frauen als Außenministerinnen. Beide haben während ihrer Amtzeiten besonderen Wert darauf gelegt, Gleichberechtigung als einen der Kernbeiträge Islands in der internationalen Zusammenarbeit zu etablieren. Diese Betonung hat auch viel mit der Geschichte der Frauenbewegung in Island im 20. Jahrhundert zu tun. Bereits in den 10er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine Frauenpartei im Stadtrat der Hauptstadt Reykjavik, und einige Jahre später wurde die erste Frau in das Parlament gewählt. Anfang der 1980er Jahre wurde die Frauenpartei begründet; sie war über ein Jahrzehnt im Parlament vertreten und hatte zu ihren besten Zeiten über 20% der Sitze, war aber dennoch immer in der Opposition. Die Frauenpartei trat mit dem Vorsatz an, nicht nur für Gleichberechtigung zu kämpfen, sondern auch die politische Kultur zu verändern. Gleichberechtigung gehört ferner zur nationalen Identität, und es erfüllt die meisten Isländer mit Stolz, dass die erste Frau, die in einer demokratischen Wahl zum Staatsoberhaupt gewählt wurde, Vigdís Finnbogadóttir ist, die das Amt der Präsidentin Islands von 1980 bis 1996 bekleidet hat (Vigdís Finnbogadóttir ist Schirmherrin des GEST-Programms).

6 Fünf Jahre zuvor, am 24. Oktober 1975, haben die Frauen in Island für einen Tag ihre Arbeit niedergelegt, aber ihr ‚Frauenstreik‘ hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Im europäischen Vergleich wird oft darauf hingewiesen, dass die Beteiligung der isländischen Frauen am Erwerbsleben am höchsten ist; gleichzeitig gehört die Geburtenrate auch zu den höchsten, was darauf zu deuten scheint, dass Gleichstellung doch ein besonderes Ziel in der isländischen Gesellschaft ist.

7 Nach dem Bankenkollaps im Oktober 2008 und der finanziellen Krise, die zu einer moralischen und politischen Krise geführt hat, haben Fragen der Gleichstellung wieder an Brisanz gewonnen. Nach dem Sturz der „Kollaps-Regierung“ kam eine neue Regierung der Sozialdemokraten und der Linken-Grünen an die Macht, mit einer Frau, Jóhanna Sigurðardóttir, an ihrer Spitze, die zugleich die erste weibliche Premierministerin des Landes ist. In den Medien im Ausland wurde öfter erwähnt, dass die Premierministerin mit ihrer Partnerin einen Ehebund eingegangen ist, nachdem die Gesetze dahingehend verändert worden waren, dass Eheschließungen auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich wurden. Auch wenn dies als Zeichen der feministischen und aufgeklärten Einstellung der isländischen Gesellschaft dargestellt wird, steht fest, dass eine bestimmte Form der maskulinen Kultur im öffentlichen Leben Islands in den Jahren vor dem Bankenkollaps vorherrschend war und auf die Spitze getrieben wurde. In dem Gutachten einer Untersuchungskommission, das von der Regierung in Auftrag gegeben wurde, wurde der Kollaps als von männlicher Gier und Risikofreudigkeit verursacht interpretiert. Eine wissenschaftliche Gender-Analyse, in der in Folge dieses Gutachtens die Gründe des Bankenkollapses untersucht wurden, bestätigte diese Sichtweise. Deregulierung, mangelnde öffentliche Aufsichtsmechanismen und übertriebener Individualismus ohne Berücksichtigung des Gemeinwohls hätten den sogenannten „Geschäftsvikingern“ freien Lauf gelassen. Als die Wiederaufbauphase eingesetzt hatte, wurde in den Medien – besonders im Ausland – betont, dass Island von Frauen geleitet und ‚gerettet‘ werde. Das sollte gelten für die Politik und das Bankenwesen, wo einige Frauen in leitende Positionen kamen, um die Situation mit ‚weiblichen‘ Tugenden wieder in Ordnung zu bringen. Jetzt, einige Jahre später, sind solche gender-affirmativen Analysen nicht mehr oft zu hören. Zwar sind einige ‚Köpfe gerollt‘ (der Premierminister der Kollapsregierung wurde vor Gericht gestellt und für Versäumnisse verurteilt), aber herkömmliche Strukturen wurden wiederhergestellt. Die Krise hat immerhin das allgemeine Politikbewusstsein erhöht, die öffentliche Administration hat einige Änderungen erfahren, und eine neue Verfassung wird entworfen. Im lokalen Zusammenhang, in dem der Internationale Währungsfonds den wirtschaftlichen Wiederaufbau beaufsichtigt hat, geht es darum, das globale Finanzsystem aufrechtzuerhalten. Und dieses System ist, wie die Bürgerprotestbewegungen, die sich z.B. in „Occupy Wall Street“-Demonstrationen ausdrücken, zeigen, ein System, in dem die Mehrzahl der Bevölkerung für die kleine Minderheit der Superreichen wirtschaftet. Laut Statistiken von UN-Women besitzen Frauen nur ca. 2% des Gesamtvermögens der Welt, 1% des Landes und bekommen in etwa 11% der Gehälter der Welt. Diese Zahlen zeigen, dass die Wirtschaftswelt und die politische Macht, die damit einhergeht, immer noch Männern gehören.

8 Unmittelbar nach dem Kollaps von 2008 hat die Bevölkerung in Island ihr Land in bestimmten Aspekten als einen failed state wahrgenommen, vor allem, weil die Politik sich in erster Linie als Dienerin einer in die Irre geleiteten Finanzmacht gezeigt hat. Dasselbe gilt für den Zustand in Griechenland, der auf dem Höhepunkt der Krise in bestimmter Hinsicht auch als Staatsversagen beschrieben wurde. Diese Kennzeichnung eines Staatsversagens lässt sich daher nicht nur auf sogenannte Entwicklungsländer oder Konfliktgebiete anwenden, obwohl die Bedingungen und Zustände in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar sind. Die Gespräche mit GEST-Studierenden aus Ländern, die Erfahrungen mit Kriegen oder Konflikten und dramatischen Umwälzungen mitbringen, bieten daher genügend Stoff für die Analyse dessen, was es überhaupt heißt, in unterschiedlichen Teilen der Welt ein failed state zu sein. Fragen des gesellschaftlichen Wiederaufbaus sind ferner nicht nur aktuell für Menschen aus Entwicklungsländern oder Post-Konflikt-Situationen. Westliche Länder, die tief in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise stecken, sind sowohl mit Fragen der Verarbeitung von Fehlern und Neuregulierung beschäftigt als auch auf der Suche nach Lösungen für eine Erneuerung der Politik, des Bürgerbewusstseins und der Wirtschaft. Allerdings stellt sich durch den transnationalen Austausch im GEST-Programm immer deutlicher heraus, dass lokale wirtschaftliche Bedingungen von den globalen Systemen abhängig sind, die die bestimmenden Mächte sind. Die Diskussionen im Programm kreisen daher auch um die großen Systeme. Unter den renommierten Gastprofessoren und -professorinnen, die bei GEST gewesen sind und diese globale Themen vertreten haben, sind Cynthia Enloe, die mit den Studierenden über Militarismus, Kapitalismus und Geschlecht diskutiert hat, und Vandana Shiva, die über die Agrarwirtschaft und die Macht der Großkonzerne gesprochen hat und die ökologische Landwirtschaft und Kultivierung von lokalen Erkenntnissen, gerade denen von Frauen, und die Bewahrung von Samengütern propagierte. Den Studierenden wird auch ‚Werkzeug‘ vermittelt, etwa in Seminaren zu Gender Budgeting, Projektmanagement, Konfliktlösungsstrategien etc.

9 Im GEST-Programm geht in erster Linie darum, die Studierenden in ihren Kapazitäten und damit die Arbeit ihrer Organisationen zu stärken. Es geht aber nicht weniger darum, ein Forum zu haben, in dem gemeinsam über Probleme und Lösungen diskutiert wird oder – wie Alexander/Mohanty schreiben: „we have to think ourselves out of these crises [crisis of global capitalism and crisis of politics] through collective practice and particular kinds of theorizing“ (Alexander/Mohanty 1997).

2. Transnationaler Ort des Lehrens und Lernens

10 Selbst wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter als Stärke der isländischen Gesellschaft angesehen wird, heißt das keineswegs, dass das GEST-Programm darin besteht, ein isländisches/nordisches Modell von Gleichstellungspraxis für Auszubildende aus Entwicklungsländern anzubieten, das übertragbar wäre auf andere und unterschiedliche Gesellschaften. Unterschiedliche Kontexte fordern unterschiedliche Modelle und Strategien, selbst wenn das Ziel überall gleichermaßen darin besteht, gegen Misstände zu kämpfen und die Geschlechtergleichberechtigung weiterzubringen. In der Gleichstellungsarbeit müssen Traditionen berücksichtigt werden, denen je eigene hemmende Faktoren innewohnen; die Möglichkeiten der Geschlechtergerechtigkeit und Emanzipation sind dementsprechend unterschiedlich.

11 Das Ziel der Ausbildung ist es, Fachleute auf dem Gebiet der Gleichstellung in ihren Kapazitäten zu stärken, um auch die Organisationen, aus denen sie kommen, dadurch zu unterstützen. Die GEST-Studierenden kommen daher alle mit Vorkenntnissen und professioneller Erfahrung, so dass das Programm in Island als ein Ort des Austauschs zwischen Spezialist/innen ist. Unterschiedliche Modelle und Herangehensweisen werden vor dem Hintergrund ihres jeweiligen kulturellen Kontextes beleuchtet und hinterfragt. Als Gastland muss sich Island auch der kritischen Befragung im Hinblick auf das eigene Selbstbild als Ort mit ausgewiesener Kapazität auf diesem Gebiet aussetzen. Gastland zu sein heisst, nicht nur sein Bestes anzubieten, sondern auch, sich verletzbar zu zeigen, indem man das Eigene durch den kritischen Blick der Gäste in einem neuen und möglicherweise entlarvenden Licht sieht (vgl. Derrida 2001). Es muss mit den Vorurteilen gearbeitet werden; diese sind sozusagen eine Fundgrube, die Vorurteile über einen selbst, die einem bewusst werden, die Vorurteile über die anderen und die Vorurteile, mit denen andere einen selbst sehen. Lehrende in dem GEST-Programm müssen sich klar werden über die eigene Standortbestimmung oder Lokalisierung (Mohanty 2003). Für die Lehrenden aus dem Westen bedeutet dies auch, sich die Privilegien des eigenen Standorts klarer vor Augen zu führen (Ferguson in Harding/Narayan 2000). Darüber hinaus muss damit gerechnet werden, dass die Vorkenntnisse unterschiedlich sind. Eine Dozentin aus dem Westen rechnet wahrscheinlich fest damit, dass der Name Simone de Beauvoir für die Studierenden geläufig ist, aber das ist oft nicht der Fall. Genauso wie der Name der ägyptischen Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Nawal El Saadawi, die manchmal in den westlichen Medien als Simone de Beauvoir der arabischen Welt bezeichnet wird, nicht immer allen westlichen Lehrenden bekannt ist. Es ist immer wieder erstaunlich wie ‚provinziell‘ Kulturen sind, sogar die akademische Kultur, die sich doch für ‚universal‘ in ihren grundlegenden Begriffen, Einstellungen und Ansichten hält.

12 Carole Boyce Davies behauptet, dass die Akademie vielleicht der am meisten kolonisierte Raum sei (Boyce Davies 2003). Sie spricht aus der Perspektive der „Black Studies“ in diesem Zusammenhang von den Akademien der westlichen Welt. Damit meint sie, dass gerade Leitbegriffe und vorherrschende Einstellungen nicht nur westlicher Ideengeschichte und Mentalität entstammen, sondern dass diese auch einer kolonialen Denkweise entsprechen, die Hierarchien zwischen ‚uns‘ und den ‚anderen‘ propagiere. Im transnationalen Dialog über Geschlechterordnungen wird deutlich, dass der Umgang mit Begriffen wie „Feminismus“, „Geschlecht“, „Gleichstellung“ sehr kompliziert ist. „Feminismus“ wird zum Beispiel an vielen Orten außerhalb der westlichen Welt als importiertes westliches Gedankengut angesehen, so dass die Verwendung des Begriffs Probleme bereiten kann und die damit verbundenen Gleichstellungsziele mit anderen Worten formuliert werden müssen. Die Kenntnis der wissenschaftlichen Herkunftsgeschichte und politischen Genealogie solcher Begriffe ermöglicht dabei ein besseres Verständnis. Zudem verwandeln sich die Begriffe durch den kulturellen Transfer. Daher müssen Konzepte wie „Feminismus“ zunächst einmal als nicht selbstverständlich wahrgenommen werden, um sie überhaupt diskutieren zu können.

13 Tiefgreifende kulturelle Unterschiede werden in anderen Bereichen noch deutlicher. Gespräche über Sexualität und sexuelle Orientierung gehören dazu. So mutet es fast befremdlich an für Personen aus Ländern, in denen es keine Aufklärung über Sexualität an Schulen gibt, wenn über Aufklärungskampagnen zum Thema Jugend und Geschlechtsverkehr informiert wird. Nicht geringere Differenzen gibt es im Hinblick auf Einstellungen zur Homosexualität, die immer noch an vielen Orten als Tabu gehandelt wird. Das sind Themenbereiche, die eine Herausforderung für die transnationale Ausbildung in Geschlechterstudien darstellen und die mit viel Sensibilität und Achtung vor Differenzen behandelt werden müssen. In Entwicklungskontexten und in Post-Konflikt-Situationen gehört der Kampf gegen Gewalt gegen Frauen zu den wichtigsten Angelegenheiten in der Gender-Arbeit. Durch die Gespräche mit Studierenden wird aber deutlich, dass demgegenüber der Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern an vielen Orten zurückbleibt, weil dieser eben nicht als Missstand anerkannt wird.

14 Es gibt andere Themenbereiche, in denen die eigenen Probleme – gesehen durch die Augen der anderen – anders wahrgenommen werden. So gibt es eine Anekdote von einer jüngeren Wissenschaftlerin im GEST-Programm, die über ihre Recherchen zu dem Problem, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, berichtete. Sie begann zu erläutern, dass isländische Durchschnittsfamilien mit der „enormen Last“ von zwei Kindern und einer 38,5 Stunden Arbeitswoche kaum fertig werden können. Da musste eine Studentin aus Afghanistan (wo die Geburtenrate bei sechs bis sieben Kindern pro Frau liegt) erst einmal ihre Hand heben und fragen, ob dies überhaupt ein „Problem“ sei. Aber ungeachtet dessen, dass es große Unterschiede in der Lage und Stellung der Geschlechter in unterschiedlichen Ländern gibt, kommen die Studierenden und die Lehrenden doch immer wieder zu der Schlussfolgerung, dass es ein gemeinsames Ziel gibt: Geschlechtergerechtigkeit. Es lässt sich immer wieder feststellen, dass Studierende aus Ländern, die die untersten Plätze in Statistiken über Gleichberechtigung einnehmen (wie etwa Afghanistan), sehr viel Ermutigung durch das Kennenlernen der Geschichte der Frauenbewegung in Island im 20. Jahrhundert erfahren. Sie sehen hier deutlich, wie Geschlechterregime sich gewandelt haben. Die Bekanntschaft mit nordischen Modellen des Wohlfahrtsstaates spielt auch dabei eine Rolle, denn diese Modelle sind einer der Hauptgründe für die Erfolge auf dem Gebiet der Gleichstellung in den nordischen Ländern.

3. Die Betonung auf „Frauen“

15 Seit geraumer Zeit wird in der Entwicklungzusammenarbeit der Fokus auf Frauen gelegt, was bedeutet, dass in der Stärkung der Frauen der Schlüssel zu Entwicklung und Fortschritt gesehen wird. Kofi Annan, der frühere UN-Generalsekretär, bemerkte, „study after study has taught us that there is no tool for development more effective than the empowerment of women“.[7] In einem Programm wie GEST lassen sich Erfolge bzw. Misserfolge dieser Akzentverschiebung in der Enwicklungszusammenarbeit insofern verfolgen, als die Mehrzahl der Studierenden für internationale und lokale Organisationen auf diesem Gebiet arbeitet. Sie verfügen daher über genaue Kenntnis dessen, was gelingt und wo die größten Hürden liegen. So behauptet eine Studentin aus Afghanistan, dass sie einerseits die Arbeit der internationalen Organisationen häufig als ineffektiv ansieht, dass aber andererseits die Projekte der lokalen Regierung zu sehr der traditionellen Kultur Rechnung tragen. Die internationalen Projekte seien oft zu kurzsichtig und nicht achtsam genug mit lokalen Empfindlichkeiten und Bedingungen. Andererseits lege die traditionelle Kultur mit ihren essentialistischen Ansichten zu Geschlechterrollen der Gleichstellungsarbeit oft Steine in den Weg. Die auf dem Gebiet der Gleichstellung arbeitenden Personen werden manchmal als dritte Instanz wahrgenommen, der es nicht gelingt, eine vermittelnde Rolle zwischen den internationalen und den lokalen Instanzen auszuüben.

16 Auch westliche Perspektiven sind manchmal gefangen in essentialistischen Ideen von ‚weiblichen‘ Eigenschaften. Laut Recherchen von Kathleen Jennings wird dies deutlich in der zunehmenden Emphase, mit der die Arbeit von und mit Frauen in UNO-Friedensmissionen begleitet wird.[8] Es wird behauptet, dass die vermehrte Zahl von Frauen unter den Peacekeepern wirksam für Friedensmissionen sei. Jennings weist darauf hin, dass es wichtig sei zu erforschen, wie effektiv die erhöhte Zahl von Frauen in Friedensmissionen wirklich sei und auf welche Art und Weise sich die Aktivitäten von Frauen von denen ihrer männlichen Kollegen möglicherweise unterscheiden. Anhand ihrer Ergebnisse kommt sie zu dem Schluss, dass Mentoringprogramme notwendig seien, damit diese Arbeit sich lohne. Um mit Frauen vor Ort effektiv zu arbeiten, müssen die Frauen in den Friedensmissionen über Erkenntnisse über deren Lage und deren Lebensbedingungen und auch über genügend Sachkenntnisse auf dem Gebiet der Gleichstellung verfügen. Wie dieses Beispiel zeigt, wird immer noch davon ausgegangen, dass Arbeit auf diesem Gebiet kaum einer anderen Qualifikation bedarf als der, eine „Frau“ zu sein, oder zumindest, dass es ausreiche, so etwas wie einen guten Sinn für diesen Sachverhalt zu haben. Das ist einer der Gründe, dass Länder, die in ihrer Entwicklungs- und Außenpolitik Wert auf die Gleichstellung der Geschlechter legen, gut beraten sind, zugleich Ausbildung anzubieten und Forschung auf dem Gebiet der transnationalen Gender-Arbeit zu betreiben. Der Aufbau eines Master-Studiengangs in Transnationalen Studien zur Gleichstellung soll daher Teil der längerfristigen, weiteren Entwicklung des GEST-Programmes sein. Das GEST-Programm bietet hervorragende Möglickeiten, ein transnationales Studium aufzubauen, momentan werden die ersten Konzepte zu einem solchen Studium entwickelt.

4. Transnationale Studien zur Gleichstellung

17 Ein interdisziplinäres MA-Programm in Transnationalen Studien zur Gleichstellung soll zukünftig für Studierende an der Universität Islands in Zusammenarbeit mit dem GEST-Programm vorbereitet werden. Ein solcher Studiengang würde nicht nur eng mit Programmen wie GEST zusammenarbeiten, sondern auch mit anderen Organisationen, die in der internationalen Arbeit der Friedenssicherung und des gesellschaftlichen Wiederaufbaus in Post-Konflikt- und sog. Entwicklungsländern tätig sind. Was die Geschlechter-Dimension solcher Arbeit angeht, so berufen sich diese Organisationen auf die UNO-Resolution 1325, die im Jahr 2000 verabschiedet wurde. Mit der Resolution 1325 fordert der UN-Sicherheitsrat die Mitgliedstaaten auf, für eine stärkere Beteiligung von Frauen auf allen Ebenen der institutionellen Verhütung, Bewältigung und Beilegung von Konflikten Sorge zu tragen. Im Umfeld von ‚1325‘ sind viele zivilgesellschaftliche Initiativen entstanden.

18 Auf dieser Grundlage soll der Studiengang Transnationale Studien zur Gleichstellung im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit im doppelten Sinne praxisorientiert ausgerichtet werden: Einerseits werden Studierende dieses Studiengangs aufgefordert, gemeinsame Aufgaben und Projekte mit GEST-Studierenden zu machen. Dadurch gewinnen sie Einblick in die Arbeit auf diesem Gebiet in fremden Kulturen, denn die GEST-Studierenden schließen ihre Ausbildung mit einer Projektarbeit zu einem aktuellen Problem ab, das für ihre Arbeit zu Hause relevant ist. Andererseits sollten Studierende im Masterstudiengang die Möglichkeit haben, ein Praktikum bei Organisationen zu machen, die im Geiste von ‚1325‘ arbeiten oder sich ausdrücklich mit Gender befassen.

19 Wie die Lehrenden am GEST-Programm werden zukünftige Studierende die Möglichkeit haben, die eigene Situation in Sachen Geschlecht und Gerechtigkeit durch die Augen der anderen zu sehen. Die GEST-Studierenden aus fernen Ländern sind keinesweges der Meinung, dass es in einem entwickelten westlichen Land wie Island bestens um die Gleichberechtigung steht, oder – um es mit den Worten einer GEST-Absolventin aus Afghanistan auszudrücken: „Wir haben alle, überall unsere Probleme mit der Lage der Geschlechter. In Afghanistan sind die Frauen Eigentum der Männer, sie können nicht über ihr Leben selbst bestimmen. Im Westen werden die Frauen vom Markt bestimmt, sie müssen sich den Anforderungen des Marktes anpassen, was das Aussehen usw. angeht.“ Sie fügt aber hinzu, dass dennoch ein Unterschied darin bestehe, dass Frauen im Westen das Recht auf Selbstbestimmung haben. Freiheit sei aber kompliziert, weil viele sogenannte freie Entscheidungen durch Zwänge, die nicht als solche wahrgenommen werden, eingeschränkt sind.

20 In dem Transnationalen Studiengang werden philosophische Fragen eine große Rolle spielen: Religionen sind von entscheidender Bedeutung für die Stellung der Geschlechter, insbesondere in islamischen Ländern. Trotzdem muss die Unterscheidung zwischen einem säkulären Westen und einem religiösen Orient in Frage gestellt werden, zumal die traditionellen Vorstellungen von Geschlechterdifferenz in der westlichen Kultur zeigen, wie eng philosophische und Ideen, die der antiken griechischen, jüdisch-chistlichen Traditionen entstammen, zusammenhängen. Entsprechend ist seit geraumer Zeit zunehmend die Rede von einer postsäkularen Situation, wenn das sich seit der Aufklärung und Trennung von Religion und Staat als säkular verstehende Abendland gemeint ist. Für GEST-Studierende aus islamischen Ländern ist dagegen die Unterscheidung von Islam einerseits und kulturellen Traditionen des Islams, die fundamentalistische und frauenfeindliche Züge aufweisen, andererseits wichtig.

21 Auch die Geschichte der sexuellen Aufklärung im Westen im 20. Jahrhundert ist von Interesse für Studierende aus der islamischen Welt. Fundamentalistisch gefärbte Vorstellungen vom Körper, die zum Beispiel immer noch in einem Land wie Afghanistan üblich sind, besetzen den sexuellen Körper grundsätzlich mit Scham. Das ist einer der Gründe für das Schweigen über sexuelle Dinge in fundamentalistish-ideologischen Zusammenhängen. Es kann kaum über die Menstruation mit Mädchen gesprochen werden, geschweige denn über Themen wie Homosexualität. Es darf immer noch keinen Unterricht zur sexuellen Aufklärung geben. Eine so unterschiedliche Einstellung zu Sexualität und Scham, die auch eine Dimension des Respekts für körperliche Intimität beinhaltet, fordert westliche Teilnehmer/innen im GEST-Programm auf, Pornografie und Sexindustrie im Westen und deren Auswirkungen auf Beziehungsmuster und Identität durch die Augen der anderen zu sehen und neu zu reflektieren.

22 Es gibt viele solche Beispiele eines transnationalen Lernens als einer transformativen Erfahrung und Generierung von neuen Erkenntnissen durch die Begegnung mit dem Fremden. Die Studierenden lernen, ihre eigenen Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen. Trotz der Pluralität der Einsichten und Erfahrungen führen die Gespräche keineswegs in einen Relativismus, bei dem man aufhört zu diskutieren und alle Einsichten und Standpunkte als gleichwertig hinnimmt. Studierende aus demselben Kulturkreis sind sich häufig uneins und diskutieren heftig. Da sowohl Männer als auch Frauen aus Entwicklungsländern ins GEST-Programm aufgenommen werden, gibt es manchmal auch kulturspezifische Geschlechterspannungen. Es kann daher ratsam sein, bei bestimmten Themen geschlechtergetrennte Diskussionen im Unterricht anzubieten. Diese Studierenden machen aber auch Erfahrungen als Fremde in ihren eigenen Ländern. Sie arbeiten häufig für internationale Organisationen, und das sondert sie auf bestimmte Weise ab vom Großteil der Bevölkerung. Sie stehen mitten in einem Spannungsverhältnis zwischen der Agenda internationaler Organisationen wie der UNO und den Regierungsorganisationen im eigenen Land. Die Arbeit der internationalen Organisationen wird nicht selten als Arbeit im Dienste einer Neokolonialisierung kritisiert. So schreibt z.B. Gayatri Spivak, dass der universale Feminismus, der von den internationalen Organisationen betrieben wird, dem eigenen Selbstverständnis nach radikal sei. In der Tat sei sein einziger Zweck, die Welt sicher zu machen, damit der Kapitalismus unter dem Decknamen der Demokratie eingeführt werden könne (Spivak 2008: 134).

23 Im GEST-Programm steht das Üben des kritischen Denkens im Zentrum des Studiums; Studierende sind aufgefordert, Argumente und Meinungen stets zu hinterfragen. Das kritische Denken besteht gerade auch darin, Argumente und weithin akzeptierte Erkenntnisse auf die ihnen inhärente Machtposition und die dadurch stabilisierten Machtverhältnisse zu hinterfragen; dies ist (oder sollte sein) ein Hauptmerkmal feministischen Denkens. Kritisch denken zu lernen in dem Sinne heißt: Sensibilität zu entwickeln für die Macht oder die Machtlosigkeit einer gegebenen Position. Männer und Frauen bekleiden häufig unterschiedliche Macht-/Ohnmachtpositionen auf Grund ihres Geschlechts, und werden daher in Seminardiskussionen aufgerfordert, diese zu reflektieren gegenüber dem anderen Geschlecht. Gleichstellungsmaßnahmen müssen aber auch in einen größeren gleichstellungspolitischen Zusammenhang gestellt werden. Mit Spivak muss daher gefragt werden, ob die eigene Arbeit wirklich immer im Sinne von Gleichstellung ist. Positionen sind Teil von Machtsystemen, und daher ist es auch notwendig, Herrschaftssysteme jeder Art kritisch zu hinterfragen. Hier werden Herrschaftssysteme in einem breiten Sinne verstanden, im Sinne von Foucaults Analyse von Erkenntnissystemen als Machtsystemen. Die politische Ökonomie genauso wie Formen der wissenschaftlichen Erkenntnis, die im Dienste irgendwelcher Mächte instrumentalisert werden, gehören dazu. Das macht es unmöglich, ‚neutral‘ zu sein, sogar in der Wissenschaft. Iris Marion Young hat es als Auftrag an die Philosophie so formuliert: „the philosopher is always socially situated, and if the society is divided by oppressions, she either reinforces or struggles against them“ (Young 1990: 5). Von der Warte des transnationalen Lernens aus kann hinzugefügt werden, dass dieses Lernen Sensibilität entwickelt nicht nur für das ‚Für‘ oder das ‚Gegen‘, dem der Kampf gilt. Die Sensibilität für die eigene Positionierung macht bewusst, wie stark die eigene Lokalisierung doch von bestimmten Arten von Herrschaftsssystemen, welcher Art auch immer, ob sie nun religiöser, politischer oder wirtschaftlicher Art sind, abhängt. Der weite Blick erlaubt es, nach den Werten zu fragen, die den jeweiligen Systemen zu Grunde liegen. Das ist die Bedingung dafür, sich klarmachen zu können, welches die unterdrückenden Mechanismen sind und welche Mechanismen Möglichkeiten der Befreiung bieten. Letzten Endes besteht genau darin der Kern der Arbeit auf dem Gebiet der Gleichstellung, und daraus ergeben sich Erkenntnisse, die neue Möglichkeiten erschließen können.

Anmerkungen

  1. Vgl. https://gest.hi.is/. Letzter Zugriff: 30. Mai 2012.
  2. Siehe etwa World Economic Forums Global Gender Gap Index 2009.
  3. Vgl. http://unu.edu/. Letzter Zugriff: 30. Mai 2012.
  4. Vgl. http://unugtp.is/. Letzter Zugriff: 30. Mai 2012.
  5. Vgl. http://www.unuftp.is/forsida/. Letzter Zugriff: 30. Mai 2012.
  6. Vgl. http://www.unulrt.is/. Letzter Zugriff: 30. Mai 2012.
  7. http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2011/apr/22/michelle-bachelet-un-women (letzter Zugriff: 30. Mai 2012)
  8. http://eng.kilden.forskningsradet.no/c52781/publikasjon/vis.html?tid=78130 (letzter Zugriff: 30. Mai 2012)

Literaturverzeichnis

  • Alexander, M. Jacqui und Mohanty, Chandra (1997): Feminist Genealogies, Colonial Legacies, Democratic Futures. London,New York: Routledge.
  • Boyce Davies, Carole (Hg.) (2003): Decolonizing the Academy: African Diaspora Studies. Trenton N.J.: Africa World Press.
  • Derrida, Jacques (2001): Von der Gastfreundschaft. Berlin: Passagen Verlag.
  • Harding, Sandra/Narayan, Uma (Hg.) (2000): Decentering the Center. Philosophy for a Multicultural, Postcolonial and Feminist World. Bloomington: Indiana University Press.
  • Mohanty, Chandra (2003): Feminism Without Borders: Decolonizing Theory, Practicing Solidarity. Duke University Press.
  • Spivak, Gayatri Chakravorti (2008): Other Asias. Malden, Ma.: Blackwell.
  • Young, Iris Marion (1990): Justice and the Politics of Difference. Princeton: Princeton University Press.

Autorin

Sigríður Þorgeirsdóttir
Professorin der Philosophie, Vorstandsvorsitzende des GEST-Programmes und Vorsitzende des Akademischen Rates von EDDA

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