Einleitende Bemerkungen der QJB-Herausgeber/innen

Von Anita Runge und Marco Tullney

1 Mit der Veröffentlichung dieser redaktionellen Einleitung schließen wir die Publikation der ersten ausschließlich online verfügbaren Open-Access-Ausgabe von QJB – Querelles. Jahrbuch für Frauen-und Geschlechterforschung ab.

2 Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe „Multidirektionale Transfers. Internationalität in der Geschlechterforschung“ steht programmatisch für die neuen Wege, die wir mit der Umstellung von QJB beschreiten wollen: QJB soll ein offenes, frei zugängliches und ein sich für neue Publikations- und Kommunikationsformen öffnendes Forum darstellen. Mit der dadurch möglichen größeren Sichtbarkeit und Verbreitung sollen auch die Möglichkeiten inter- und transnationaler Dialoge genutzt werden.

3 Inhaltlich und programmatisch knüpfen wir mit QJB an die bisherigen Schwerpunktsetzung von Querelles an: QJB versteht sich weiterhin als Forum des Dialogs in der Frauen- und Geschlechterforschung in der Tradition der Querelle des Femmes, als Ort der methodisch offenen sowohl disziplinären als auch inter- und transdisziplinären Debatten – sowohl in historischer als auch aktueller Perspektive. Das Jahrbuch soll seinerseits traditionsbildend wirken, indem zentrale Themen aufgegriffen und zusätzlich an ausgewählten Beispielen Wissenschaftsgeschichte als Geschlechtergeschichte analysiert wird. Das Ziel ist die historische Kontextualisierung aktueller Themen- und Methodenentwicklungen und die kritische (Selbst-)Reflexion der Positionierung der Geschlechterforschung zu den beteiligten Fächern bzw. zu angrenzenden wissenschaftlichen Feldern.

4 Mit der Umstellung auf ein Open-Access-Periodikum verfolgen wir das Ziel, einen Publikationsort für Ergebnisse der Geschlechterforschung zu schaffen, der dem Anspruch, freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen zu gewährleisten, in vollem Umfang gerecht wird. Das Jahrbuch ist Teil des Publikationsförderprogramms zur Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin, das insgesamt auf Open Access ausgerichtet wurde. Mit der Rezensionszeitschrift querelles-net, die 2001 als Ausgliederung aus dem Jahrbuch begründet wurde, ist 2009 im Zusammenhang mit einem technischen Relaunch der erste Schritt zu dieser Umstellung vollzogen worden.

5 Im Einzelnen sind mit der nun geplanten Neuorganisation des Jahrbuchs die folgenden strukturellen Veränderungen vorgesehen:

  1. Veränderung der Erscheinungsweise: fortlaufendes Erscheinen der einzelnen Beiträge bis zum Abschluss des Bands
  2. Veränderung von Qualitätssicherung und Begutachtung: klares Peer-Review-Verfahren
  3. Veränderung der Organisationsform: klare Verantwortlichkeiten und Strukturen
  4. Vergrößerung der internationalen Sichtbarkeit: Beiträge in deutscher oder englischer Sprache, Abstracts zweisprachig
  5. Ausbau der Nachwuchsförderung: gezieltes Werben um die Beteiligung von jüngeren Wissenschaftler/innen als Autor/innen, Gutachter/innen und Redakteur/innen
  6. Integration multimedialer Inhalte: Öffnung für Einbettung multimedialer Inhalte und für originäre Video- oder Audiobeiträge
  7. Freie Lizenzen: klare Open-Access-Orientierung durch freie Nachnutzbarkeit und CC-BY-Lizenz
  8. Sicherung von Nachhaltigkeit unter Open-Access-Bedingungen: Vereinbarkeit von personeller Kontinuität und Ausweitung der Beteiligung, technische Nachhaltigkeit, Überlegungen zu Geschäftsmodellen

6 Die Beiträge in QJB sind insbesondere nachgewiesen im Directory of Open Access Journals, in den Suchmaschinen BASE und Google Scholar. Wir werden weiter daran arbeiten, die Sichtbarkeit zu erhöhen, und freuen uns über Hinweise.

7 Ziel des Umstellungsprozesses ist die Schaffung eines qualitativ hochwertigen und weithin sichtbaren Veröffentlichungsortes – unter Mitnahme und Weiterentwicklung wichtiger Aspekte des alten Jahrbuchs sowie unter einer disziplinären und sprachlichen Ausweitung.

8 Wir bedanken uns bei den Autor/innen, Herausgeberinnen und Gutachter/innen, die bereit waren, sich auf diese erste neue Ausgabe von QJB einzulassen und dadurch den Transformationsprozess zu unterstützen. Dank geht auch an die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die diesen Prozess unterstützt hat, an das Center für Digitale Systeme an der Freien Universität Berlin, das den Zeitschriftenserver betreibt, auf dem QJB veröffentlicht wird, sowie an das Public Knowledge Project, ohne dessen Software OJS wir dieses Projekt kaum hätten realisieren können.

9 Wir freuen uns über alle Rückmeldungen, insbesondere auch über Vorschläge und Ideen zu kommenden Ausgabenthemen von QJB. Die aktive Beteiligung von Geschlechterforscher/innen an dieser Zeitschrift ist wesentliche Bedingung für die Weiterentwicklung und kommenden Erfolg, und wir freuen uns über Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung, insbesondere als Autor/in oder Gutachter/in.

10 Sie finden alle Beiträge dieser Ausgabe von QJB im Inhaltsverzeichnis und eine Einordnung durch die Bandherausgeberinnen in deren Einleitung – viel Spaß bei der Lektüre.

Autor/innen

Anita Runge
Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung, Freie Universität Berlin

Marco Tullney
TIB/UB Hannover

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