Maskulinitätsforschungen zu Kriegen und Post-Conflict-Gesellschaften – Fallbeispiele aus Südafrika und Uganda

Von Rita Schäfer
Themen: Maskulinitätsforschungen, Kriegs- und Konfliktforschung, Internationalisierung
Eingereicht am 29.9.2011
Angenommen am 01.12.2011
Veröffentlicht am 07.02.2013
Abstract: Dieser Beitrag erläutert den Erkenntnisgewinn durch die Auseinandersetzung mit der Maskulinitätsforschung in afrikanischen Nachkriegsländern. Diese Forschungsrichtung, die auf dem Kontinent vernetzt ist, analysiert Konzepte wie hegemoniale Männlichkeit und männliche Militanz, Differenzen zwischen Männern und deren Bedeutung zur Erklärung von geschlechtsspezifischer Gewalt. Zunächst werden die Hintergründe der mangelnden Rezeption solcher Ansätze in Europa und in den USA erläutert, anschließend werden wesentliche Inhalte an Fallstudien skizziert. Der regionale Fokus liegt auf Südafrika und Uganda, da in beiden Ländern die Forschungen sehr breit gefächert, interdisziplinär, intersektional und innovativ sind. Auch die institutionelle Verankerung sowie die dabei zu bewältigenden Herausforderungen werden aufgezeigt. Zusammenfassend werden die Chancen für die deutschen Gender Studies durch einen verbesserten Austausch dargelegt.

1 In der Debatte um die Notwendigkeit internationaler Perspektiven in den Gender Studies finden Forschungen über Gender und Kriege kaum Beachtung. Dies betrifft insbesondere Maskulinitätsforschungen, die sich auf Kriege und gesellschaftliche Entwicklungen nach bewaffneten Konflikten beziehen. Eine weitgehende Ignoranz lässt sich in den deutschen und internationalen Gender Studies gegenüber den länderspezifischen, nicht-westlichen Beiträgen zu gendertheoretischen Konzepten wie dem der hegemonialen Männlichkeit und der männlichen Militanz feststellen, aber auch gegenüber lokalen Debatten, in denen es etwa um regionalspezifische Differenzen zwischen Männern geht. Die Bedeutung dieser Debatten für feministische Ansätze etwa zur Erklärung von geschlechtsspezifischer Gewalt in Nachkriegsgesellschaften wird nicht hinreichend anerkannt.

2 In diesem Beitrag sollen zunächst die Hintergründe der mangelnden Rezeption erläutert, wesentliche Inhalte skizziert und anschließend der mögliche Erkenntnisgewinn durch einen verbesserten Austausch diskutiert werden. Dabei liegt der regionale Fokus auf Afrika, konkret auf Südafrika und Uganda, da in beiden Ländern – im Post-Apartheid-Südafrika und nach dem Kriegsende seit einigen Jahren auch in Uganda – die Forschungen sehr vielfältig, innovativ, bereits ansatzweise institutionell verankert und international vernetzt sind (vgl. Dolan 2002, Morrell 2001).

3 Im Hinblick auf Uganda konzentriert sich die Analyse auf das 1991 gegründete Gender Studies Department der Makerere Universität in Kampala, eines der größten und renommiertesten Institute auf dem afrikanischen Kontinent, sowie auf einige Nicht-Regierungs-Organisationen, die mit diesem kooperieren und konkrete Praxisbezüge herstellen. Dies betrifft beispielsweise die Auseinandersetzung mit der Militarisierung der Gesellschaft, die Aufarbeitung von sexualisierter Kriegsgewalt und der Traumata durch Flucht sowie die Auseinandersetzung mit dem Leben in Flüchtlingslagern. Diese Problemebenen werden mit Geschlechterhierarchien und Machtverhältnissen zwischen Männern unterschiedlichen Alters und Status, wie etwa zwischen Flüchtlingen und Soldaten der ugandischen Armee, in Beziehung gesetzt. Untersucht werden auch geschlechtsspezifische Gewaltmuster, Homophobie und Gewalt gegen Homosexuelle sowie die Interdependenzen zwischen Geschlechterhierarchien und HIV/AIDS (vgl. Dolan 2002, 2011). Gegenüber der ugandischen Regierung vertreten die Forscher/-innen des Gender Studies Departments eine kritische Position und fordern beispielsweise die Umsetzung von Rechtsreformen zur Geschlechtergleichheit.

4 Mit Blick auf Südafrika lässt sich in einem zeitlichen Längsschnitt der Wandel des Erkenntnisinteresses nachvollziehen, der durch die Überwindung der repressiven politischen Rahmenbedingungen während der Apartheid möglich wurde und die wissenschaftlichen Voraussetzungen zur Erforschung der Geschlechterverhältnisse, insbesondere von Maskulinitäten, grundlegend veränderte (vgl. Bhana 2005). Deshalb ist eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Arbeiten südafrikanischer Wissenschaftler/-innen erkenntnisreich, zumal sie eine historisch fundierte und differenzierte Analyse der mittel- und langfristigen Wirkungen gewaltgeprägter Herrschaftsformen auf Maskulinitätskonstrukte, männliche Selbstbilder, Interaktionen zwischen Männern, Geschlechterbeziehungen und die hohen Raten an geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt – auch zwischen Männern – sowie auf daraus resultierende HIV-Infektionen ermöglichen. Sie gehen damit über die in der deutschen Maskulinitätsforschung vorherrschenden Themen und Trends hinaus (vgl. Bereswill/Meuser/Scholz 2009).

5 Darüber hinaus gilt Südafrika heute als Schaltstelle der Forschung und Vernetzung auf dem afrikanischen Kontinent; gleichzeitig sind die Herausforderungen der Internationalisierung hier besonders komplex. Dies bezieht sich beispielsweise auf die konstruktive Aufarbeitung der Dominanz Südafrikas auf dem Kontinent, die hierbei auch Einfluss auf die Wissenschaft nimmt. Zudem ist das selektive Interesse europäischer Universitäten, insbesondere politikwissenschaftlicher Institute, an ganz wenigen südafrikanischen Forschungseinrichtungen als Partnern, denen – teilweise schon seit der Apartheid – ein Elitestatus zugewiesen wird, hiervon betroffen. Die südafrikanische Forschungslandschaft ist aber viel breiter und facettenreicher. Eine verbesserte Rezeption der Forschungsergebnisse afrikanischer Autoren/-innen würde dazu beitragen, durch die Auseinandersetzung mit ihren Binnenperspektiven und Selbstreflexionen ein vertieftes Verständnis der Problematik zu entwickeln (vgl. Ratele 2008). Diese neuen Zugänge könnten auch helfen, Postulate der postkolonialen Forschung im Kontext globaler Machtbeziehungen und der Wertschätzung verborgener Stimmen marginalisierter Akteure/-innen in Ländern des Südens konkret umzusetzen.

1. Herausforderungen: Überwindung des US-amerikanischen bias

6 Auffällig ist, dass die Gender-Studies-Studiengänge in Deutschland – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – Forschungen über Gender und Kriege oder Nachkriegsgesellschaften mehrheitlich ignorieren. Demgegenüber beziehen sich die aktuellen Forschungsschwerpunkte in vielen hiesigen Gender-Studies-Studiengängen, die Inter- bzw. Transdisziplinarität und globale Perspektiven beanspruchen, zumeist auf sich schnell wandelnde US-amerikanische Schwerpunkte und legen diese als Maßstab an. Der etlichen US-amerikanischen Forschungen inhärente und unreflektierte Nationalismus, die mangelnde Beachtung der Studien von Wissenschaftler/-innen aus Ländern des Südens sowie die festzustellenden geringen Kenntnisse über Gesellschaften insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika, die spätestens bei Forschungsstippvisiten junger US-amerikanischer Forscher/-innen etwa in Südafrika negativ auffallen, böten Anlass zu mehr kritischer Distanz (Decker 2010: 79ff.).

7 Deshalb sollte sich Internationalität nicht ausschließlich auf US-amerikanische Trends als Richtschnur für innovative Forschungen beschränken, vor allem wenn Wissenschaftler/-innen Postulaten der post-colonial oder critical whiteness studies gerecht werden wollen (vgl. Kerner 2009, Walgenbach et al. 2007).

8 Von einzelnen Aufsätzen abgesehen, wird das Themenfeld Gender und Konflikte bzw. Maskulinitäten in und nach Kriegen kaum wahrgenommen, obwohl beispielsweise die Intersektionalitätsdebatte durchaus Anknüpfungspunkte böte (vgl. Smykalla/Vinz 2011). Dabei würde das Potential bestehen, Gender-Konstrukte und geschlechtsspezifische Hierarchien sowie deren Interdependenzen mit anderen Differenz- und Machtphänomenen nicht nur in unserer Gesellschaft zu untersuchen, sondern vielmehr auch radikale gesellschaftliche Umbrüche während und nach Kriegen mit Fragestellungen der Intersektionalitätsdebatte zu analysieren (vgl. Zarkov 2011: 105ff.).

9 Ein intensiverer Dialog zwischen einigen hiesigen Friedens- und Konfliktforscherinnen – es sind mehrheitlich Frauen –, die solche konzeptionellen Zugänge in ihren Analysen bereits reflektieren, und etablierten Gender–Studies-Vertreterinnen wäre folglich wünschenswert und könnte für alle Beteiligten erkenntnisreich sein.

10 Die Erforschung von Geschlechterverhältnissen in Analysen zu Kriegsursachen und -folgen hat in der deutschen Friedens- und Konfliktforschung einen schweren Stand. Dieser interdisziplinäre und vorrangig von Politikwissenschaftlern beherrschte Forschungsbereich ist eine ausgeprägte Männerdomäne (vgl. Fischer/Schmelzle 2009). Die jährlich erscheinenden Friedensgutachten, die von den fünf führenden deutschen Friedensforschungsinstituten herausgeben werden und die als Schaufenster hiesiger Forschungen gelten, spiegeln deren Gender-Ignoranz und Eurozentrismus wider (vgl. Johannsen et al. 2011). Außerdem beschränkt sich die Internationalität der deutschen Friedens- und Konfliktforschung vorrangig auf die selektive Rezeption US-amerikanischer Studien. Zwar arbeiten etliche deutsche männliche Konfliktforscher über Kriege in Afrika, dabei ignorieren sie aber Gender-Aspekte und setzen sich nicht mit Studien afrikanischer Autoren/-innen auseinander, zumal deren Publikationen in den meisten deutschen Bibliotheken nicht erhältlich sind, wodurch eine Auseinandersetzung mit ihren Ergebnissen in Forschung und Lehre erschwert wird.

11 Jahrelang nahmen auch hiesige Friedensforscher/-innen Studien von Kollegen/-innen aus Afrika, Asien und Lateinamerika nicht wahr, sondern rezipierten lediglich US-amerikanische Theorieansätze, die als Inbegriff innovativer internationaler Forschung galten (vgl. Birckenbach 2005: 71ff.). Demgegenüber suchen jüngere deutsche Wissenschaftler/-innen – ganz allmählich steigt die Zahl männlicher Forscher zu Gender und Kriegen – heute den Dialog mit Kollegen/-innen aus anderen Ländern bzw. Kontinenten jenseits der USA. Eine angestrebte Karriere im Wissenschaftssystem verlangt gegenwärtig mehr Internationalität. Dennoch ist festzustellen, dass die Mehrheit der Verantwortlichen in Bewerbungsverfahren sich weiterhin auf die USA als Epizentrum internationaler Forschung beschränken. Umso beachtlicher ist die kontinental bzw. international viel breitere Orientierung junger Wissenschaftler/-innen durch Forschungskooperationen und gemeinsame Publikationen (vgl. Seifert 2004). Das sind erste Schritte auf einem weiten Weg von der punktuellen Rezeption der Arbeiten von Forscher/-innen aus Afrika, Asien oder Lateinamerika hin zu einem systematischen und gleichberechtigten Austausch über Forschungs- und Lehrkonzepte.

12 Der Erkenntnisgewinn etlicher dieser Studien zeichnet sich durch die differenzierte Auseinandersetzung mit Begriffen, Konzepten, Methoden, unterschiedlichen Standpunkten und politischen Ausrichtungen in der Erforschung von Maskulinitäten in Kriegen bzw. bewaffneten Konflikten, im Militär oder in Friedensmissionen aus (vgl. Streicher 2011: 44ff.). Auf hohem Reflexionsniveau werden die Militarisierung von Männlichkeit, Maskulinitätskonstrukte und deren Dynamiken im Kontext komplexer und oft widersprüchlicher Identitätspolitiken sowie zeit- und raumspezifischer Gender-Zuschreibungen analysiert, die militärische Mobilisierungen, Kampfhandlungen und Kriegsfolgen beeinflussen (vgl. Jok 1999, Mazrui 1977). Auffällig ist ein großes Interesse von Wissenschaftler/-innen z.B. in afrikanischen Ländern an Interdisziplinarität und feministischen Reflexionen über gewaltgeprägte Männlichkeit im Kontext von gender-, race- und class-Differenzen, wobei diese Studien deren Interdependenzen und Dynamiken mit einer zunehmenden Militarisierung des öffentlichen Raums und einer martialischen Gewaltverherrlichung in Beziehung setzen (vgl. Cock 1991, Cock/Nathan 1989). Zielscheiben der geschlechtsspezifischen und oftmals sexualisierten Gewalt sind nicht nur Frauen, sondern auch HIV-Positive, Lesben, Migrant/-innen sowie Männer, die wegen ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung als Bedrohung wahrgenommen werden (vgl. Steyn et al. 2005).

2. Südafrikanische Gender- und Maskulinitätsforschungen

13 Südafrika ist eine komplizierte Post-Konflikt-Gesellschaft mit gegenläufigen Dynamiken und eigenen Widersprüchen im Zusammenwirken von gender, race und class. Die südafrikanische Maskulinitätsforschung versteht sich als Teil der dortigen Gender-Forschung und arbeitet mit einem differenzierten Gender-Begriff. Demnach ist Gender eine relationale Kategorie zur Analyse gesellschaftlicher Strukturen und Ungleichheiten, Macht- und Transformationsprozessen (vgl. Morrell 2001). Bereits Ende der 1980er Jahre – also noch während der Apartheid (1948–1994) – widmeten sich einzelne Historiker/-innen, Soziologen/-innen, Sozialanthropologen/-innen und Kriminologen/-innen den sozialen Prägungen und historischen Veränderungen von Maskulinitäten. Ihre Arbeiten waren in die jeweiligen Disziplinen eingebettet und bildeten noch keinen eigenständigen Forschungszweig. Allerdings zeichnete sich ihr breiter Analyseansatz dadurch aus, dass sie sich disziplinübergreifend mit den in einzelnen Fächern entstandenen Detailstudien über verschiedene soziale Gruppen auseinandersetzten, um hegemoniale Männlichkeiten im Kontext von race, class und gender sowie deren Auswirkungen auf die Interaktionen und Selbstbilder von Männern unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters zu erfassen (vgl. Moodie et al. 1988: 228ff.). Zu den seinerzeit behandelten Themen gehörte außerdem noch die Analyse der gewaltgeprägten Männlichkeit und deren Folgen im Apartheidstaat (vgl. Cock 1989, 1991). Einige Forscher/-innen kritisierten in ihren Studien mehr oder weniger deutlich Missstände und Rassismus.

14 Solange sie ihre Kritik nur zwischen Buchdeckeln äußerten, ließ die Regierung sie weitgehend gewähren. Für Wissenschaftler/-innen wurde es jedoch gefährlich, sobald sie sich als Regimegegner/-innen positionierten. Einige, wie die Soziologin Fatima Meer, wurden inhaftiert oder verbannt. Andere, wie die Ärztin und Sozialanthropologin Mamphela Ramphele, flohen ins Exil, und einzelne, wie die Soziologin Ruth First und der Sozialanthropologe David Webster, wurden ermordet. Die internationale Fachwelt nahm das kaum wahr; einzelne deutsche Ethnologen/-innen kooperierten sogar mit Instituten, die essentialistische Ethnizitätskonzepte verbreiteten und dem Apartheidregime zuarbeiteten. Die meisten Mitarbeiter/-innen solcher Institute – vor allem an afrikaanssprachigen Universitäten – hatten ein positivistisches Wissenschaftsverständnis und trugen zum Erhalt des rassistischen Apartheidsystems bei; sie standen im Dauerkonflikt mit den kritischen Sozialwissenschaftler/-innen.

15 Einige der kritischen Köpfe Südafrikas sahen sich gezwungen, ins Exil zu gehen. Dort hatten sie Gelegenheit zum Austausch mit ebenfalls kritischen englischsprachigen Wissenschaftler/-innen. Dadurch konnten die Exilant/-innen den Erklärungswert internationaler Ansätze für Südafrika diskutieren. So wurden marxistische und sozialhistorische Ansätze ebenso erörtert wie Gesellschaftskritik, die Rassismus oder hegemoniale Männlichkeit anprangerte. Obwohl es sich in den USA vielerorts um eine historisch auf Rassismus und martialischer Männlichkeit basierende Siedlergesellschaft handelte, wurden dortige Konzepte und Lehrmeinungen nicht automatisch übernommen, sondern sehr kritisch geprüft, weil viele Grundannahmen nicht den Strukturen und Realitäten in Südafrika entsprachen. Dies betraf beispielsweise die systematische Förderung armer Weißer, u.a. im Polizei- und Militärapparat als Teil der Apartheidpolitik. Auch die länder- und zeitspezifische Ausgestaltung des Rassismus in der militarisierten Gesellschaft Südafrikas ließ sich mit den US-amerikanischen Modellen nicht erfassen. Die dortige Tendenz, weg von der Analyse empirisch nachweisbarer Gewalt-, Macht- und Ausbeutungsverhältnisse hin zu Diskurstheorien war aus der Sicht vieler südafrikanischer Forscher/-innen unpassend für die Situationsanalyse in ihrem Heimatland, zumal Gesetzesvorgaben und umfassende staatliche Planungen soziale Trennungen anordneten, die bis in die Intimsphäre der weißen und schwarzen Bevölkerung hineinreichten und klare Hierarchien zwischen Frauen und zwischen Männern unterschiedlicher Hautfarbe schufen, die diese in ihrem Alltagshandeln bestätigten. Soziale Spaltungen wurden durch Geheimdienstaktivitäten in der weißen und schwarzen Gesellschaft sowie massive Gewalt und Polizeiwillkür bestätigt.

16 Hinsichtlich hegemonialer Männlichkeiten suchten einige Wissenschaftler/-innen nach Ähnlichkeiten mit Forschungsansätzen aus anderen, international nicht so herausragenden britischen Siedlerkolonien wie Australien. Konkret fand beispielsweise eine intensive Auseinandersetzung mit dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit statt, das der australische Maskulinitätsforscher Robert Connell entwickelt hatte (vgl. Morrell 1997, 1998).

17 Gesellschaftskritische Forschung hatte in Südafrika ein Nischendasein, das die Apartheidregierung größtenteils tolerierte, um Vorwürfe von Zensur abzuwehren. Faktisch hatten die Veröffentlichungen keine politische Breitenwirkung, weil der schwarzen Bevölkerungsmehrheit die Schulbildung verweigert wurde und die Analphabetenrate sehr hoch war. Bis heute liefern die Studien über Gender-Hierarchien, Männlichkeitskonstrukte, soziale Ungleichheiten und Militarisierung, die im deutschsprachigen Raum nahezu unbekannt sind, wertvolle Einblicke zum Verständnis gewaltgeprägter Männlichkeiten in Konflikt- und Post-Konflikt-Gesellschaften – aus diesem Grund werden sie hier ausführlich vorgestellt (vgl. Cock 1991, Cock/Nathan 1989).

18 Erste Studien zur Militarisierung der südafrikanischen Gesellschaft, die explizit weiße englisch- und afrikaanssprachige Südafrikaner in den Blick nahmen und Differenzen sowie Gemeinsamkeiten zwischen diesen Gruppen berücksichtigten, legten weiße regimekritische Soziologen/-innen, Pädagogen/-innen und Historiker/-innen vor. Sie untersuchten die Auswirkungen der militärischen Ausbildung in Schulen, des mehrjährigen verpflichtenden Militärdienstes für junge Weiße und des Waffenkults der Buren auf Männlichkeitsvorstellungen, Gender-Konstrukte, Sexismus und Rassismus in historischer Tiefenschärfe, also in verschiedenen zeitlichen Phasen und gesellschaftspolitischen Kontexten (vgl. Morrell 2001). Diese empirischen Studien wiesen nach, dass das male bounding durch Waffengewalt in der Siedlergesellschaft, die auch im 20. Jahrhundert noch ihren frontier-Mythos zelebrierte, sich nicht nur gegen schwarze Männer richtete, sondern in etlichen Fällen auch die eigenen Ehefrauen und Kinder traf. Südafrika hatte schon in den 1950er Jahren die höchsten Femizidraten, und Kindesmissbrauch war an der Tagesordnung (vgl. Segal/Labe 1990: 251ff.). Diese geschlechtsspezifischen Gewaltprobleme in der Privatsphäre korrespondierten mit der fortschreitenden Repression und dem Einsatz von Waffengewalt durch den staatlichen Sicherheitsapparat. Die dazu vorliegenden empirischen Studien basierten auf einem hohen Maß an Interdisziplinarität und feministischen Reflexionen über gewaltgeprägte Männlichkeit im Kontext von gender-, race- und class-Differenzen, deren Interdependenzen und Dynamiken sie mit einer zunehmenden Militarisierung des öffentlichen Raums und einer martialischen Gewaltverherrlichung in Beziehung setzten (vgl. Cock 1991, Cock/Nathan 1989). Gewalt wurde zum maskulinen Machtbeweis und Mittel der Interessendurchsetzung in allen Lebensbereichen, die die Gewaltakteure als Ordnung stiftend legitimierten.

19 Einige Sozialhistorikerinnen und Soziologinnen wiesen durch zahlreiche Interviews nach, wie in privaten Haushalten der Weißen Sexismus, Gewalt und Rassismus im Generationengefüge normativ vermittelt und legitimiert wurden (vgl. Cock 1980). Sie dokumentierten, dass sowohl wohlhabende als auch arme weiße Frauen ihr schwarzes Dienstpersonal schikanierten, wobei erstgenannte ihre Dominanz zeigen und letztere ihre untergeordnete Stellung in der weißen Gesellschaft kompensieren wollten. Sexualisierte Übergriffe ihrer männlichen Familienmitglieder an den schwarzen Angestellten ignorierten oder bagatellisierten die weißen Frauen mehrheitlich (vgl. Cock 1980, Bozzoli 1983: 139ff.).

20 Gleichzeitig dokumentierten historisch fundierte soziologische und kriminologische Studien, dass vielschichtige Formen struktureller Gewalt des Apartheidregimes sowie Willkür und Brutalität von Polizei und Militär bei Übergriffen auf schwarze Wohngebiete den Rahmen für die dortige geschlechtsspezifische Gewaltanwendung bildeten (vgl. Hanson/van Zyl 1990, Manganyi/Du Toit 1990). Hinzu kamen rassistische Demütigungen schwarzer Männer, die während des 20. Jahrhunderts zu Hundertausenden in Gold- und Kohleminen arbeiten mussten und von weißen Vorarbeitern schikaniert wurden. Zu den Erniedrigungen zählten öffentliche Entkleidungen und schamverletzende Leibesvisitationen sowie Auspeitschungen bei Widerstand (vgl. Moodie 1988: 228ff., Breckenridge 1998: 669ff.).

21 Gesellschaftskritische südafrikanische Sozialanthropologen/-innen zeigten, dass es für schwarze Männer wegen der geringen Löhne und der durch Passgesetze reglementierten, jahrelangen Trennungen von den Familien immer schwieriger wurde, Ansehen und Respekt in ihren Herkunftsgesellschaften zu erlangen. Etliche Männer versuchten, ihre Reputation mit häuslicher Gewalt wiederherzustellen. Schließlich war die Kontrolle über Frauen das einzige legale Machtrefugium, das ihnen das Apartheidregime zugestand.

22 Sozialhistorisch arbeitende südafrikanische Soziologen/-innen und Kriminologen/-innen konnten nachweisen, dass kriminelle Banden, die in Folge hoher Arbeitslosigkeit entstanden, zur Legitimation männlichen Gewalthandelns beitrugen. Junge Männer wuchsen damit auf, dass Sicherheitskräfte ihre Familienangehörigen oft grundlos schwer misshandelten, verhafteten oder umbrachten. Zudem gerieten schwarze männliche Jugendliche selbst unter Generalverdacht; für etliche wurden Risiko- und Gewaltbereitschaft identitätsstiftend (vgl. Glaser 1998: 726ff.). Manche wurden Mitglieder in lokalen Banden, die ihre Mitglieder als erwachsene Männer anerkannten und männliches Selbstbewusstsein durch Gewaltakte gegen junge Frauen und andere Männer, u.a. Mitglieder anderer Gangs, vermittelten (vgl. Shefer et al. 2007).

23 Weiße Vertreter des Apartheidregimes setzten sexuelle Folterungen ein, um schwarze Widerstandskämpferinnen und deren männliche Verwandte zu demütigen. Sie führten den Brüdern, Vätern und Freunden vor, dass diese die jungen Frauen nicht schützen konnten, was aber gemäß traditioneller Männlichkeitskonzepte ihre Aufgabe gewesen wäre. Politisch motivierte sexualisierte Gewalt, die teilweise auch zur Erniedrigung an jungen Männern verübt wurde, verfestigte gewaltgeprägte Männlichkeitsvorstellungen in einem militarisierten gesellschaftlichen Kontext. Zudem verstärkte sie race- und gender-Differenzen zwischen den weißen Folterknechten und deren schwarzen Opfern. Trotz der Wahrheits- und Versöhnungskommission sind diese intimen Gewaltformen bis heute nicht aufgearbeitet, denn die Gefolterten wurden als Homosexuelle gebrandmarkt.

24 Im Zuge der politischen Wende ab 1994 differenzierte sich die Forschungslandschaft weiter aus. Inzwischen ist die erste Generation junger schwarzer oder coloured Wissenschaftler/-innen an den Universitäten ausgebildet und leistet wichtige Beträge zur Erforschung der komplexen Transformationsprozesse in Südafrika (vgl. Salo 2006: 148ff.).

25 Junge Soziologen/-innen, die sich selbst als schwarz bzw. coloured bezeichnen, zeigen, dass kriminelle Banden trotz der veränderten Rahmenbedingungen Vergewaltigungen fortführen, um ihre maskuline Überlegenheit zu beweisen. Aus ihrer Sicht sind die Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen durch die in der internationalen politischen und wissenschaftlichen Debatte als vorbildlich geltenden Rechtsreformen und die staatliche Gleichstellungspolitik ins Wanken geraten; um so mehr interpretieren Gang-Mitglieder ihr gewaltsames Vorgehen als ordnungsstiftend (vgl. Moffett 2006: 129ff., Moolman 2004: 109ff.). Das betrifft auch Vergewaltigungen von illegalen Flüchtlingen sowie sexualisierte Gewalt an Migranten/-innen aus anderen afrikanischen Ländern, die – angeheizt von zumeist männlichen Politikern und Medien – als nationale Bedrohung wahrgenommen werden (vgl. Gqola 2008: 229ff., Sigsworth/Ngwane/Pino 2008), sowie die ‚korrigierenden‘ Vergewaltigungen oder gar Ermordungen von Lesben sowie Morde an HIV-positiven Frauen, die als Verbreiterinnen der Seuche angefeindet werden.

26 Auch die hohen Raten häuslicher Gewalt sind nur durch genauere Auseinandersetzungen mit veränderten Männlichkeitsbildern und Geschlechterhierarchien zu erklären: Heute fühlen sich zahlreiche Männer durch die staatlichen Frauenförderungsprogramme in ihrem Selbstverständnis tief verunsichert. Berufliche Versagensängste, Brüche in der Versorgerrolle, Arbeitslosigkeit und Angst vor HIV-Infektionen nehmen viele Männer als inferiorisierende Irritationen wahr. Gewaltsam versuchen sie, ihre Vormachtstellung zumindest in der Privatsphäre zu bewahren. Ein aktuelles Forschungsthema sind die Interdependenzen zwischen privater und staatlicher Ebene, denn einige – zumeist männliche – junge Forscher setzen das gewaltsame und besitzergreifende Sexualverhalten, das sie als Maskulinitätsbeweise interpretieren, in Beziehung zum Vergewaltigungsprozess, den der damalige ANC-Chef Jacob Zuma 2006 gewann und bei dem der heutige Präsident sich als potenter Zulu-Mann und als militanter früherer Untergrundkämpfer inszenierte. Sie stellen auch Bezüge zur Leugnung der Zusammenhänge zwischen HIV und AIDS unter der Regierung Thabo Mbekis (1999–2008) her, die zur Verunsicherung vieler Menschen führte (vgl. Robins 2008: 411ff.).

27 Gerade in der HIV/AIDS-Präventionsforschung sind innovative interdisziplinäre Teamforschungen vorbildlich, zumal daran Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Herkunft mitwirken. Auch die Frage der Gewaltprävention gehen sie konstruktiv an. Denn nur wenige Jungen und Männer sind bereit, mit etablierten Gewaltmustern zu brechen und sich dem damit verbundenen Konformitätsdruck zu entziehen. Es gibt kaum andere Rollenmuster zur Orientierung, weshalb junge Forscher/-innen, die über gewaltfreie Konfliktlösungen, soziale Vaterschaft und verantwortungsvolles Sexualverhalten arbeiten, neues Terrain betreten (vgl. Richter and Morrell 2006, Sideris 2004: 29ff.).

28 Impulsgebend für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gegenstrategien sind neu gegründete Männer- bzw. Gender-Organisationen wie das 2006 gebildete Sonke Gender Justice Network, das Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Disziplinen und junge Aktivist/-innen vereint, die neue Formen gewaltfreier Männlichkeit leben und verbreiten wollen. Sonke legt viel Wert auf die interdisziplinäre Reflexion seiner Programme zur Transformation von gewaltgeprägter Maskulinität und Sexualität. Sonke versteht sich als Allianzpartner von Frauenrechts-, Homosexuellen- und HIV/AIDS-Organisationen und ist international mit innovativen Männerorganisationen in Nachkriegsländern sowohl auf dem Kontinent als auch in Lateinamerika vernetzt (vgl. Peacock/Kumalo/McNab 2006: 71ff.).

29 Internationale Entwicklungsorganisationen fördern den konzeptionellen, programmatischen und fachlichen Austausch sowie die Dokumentation und Evaluierung der Ergebnisse finanziell. So können Erfolge und Fehlschläge wissenschaftlich analysiert und kommuniziert werden.

30 Während die deutsche Gender-Forschung eher auf Distanz zu hiesigen und außer-europäischen Gender-Organisationen geht, sind in Südafrika fachliche Dialoge zwischen Frauenrechts-, Gender-, Homosexuellen- und AIDS-Organisationen und Instituten für Medizinsoziologie, Jura, Pädagogik, Konflikt-, Migrationsforschung und Gender-Forschung etabliert, die von den Beteiligten geschätzt werden. Schließlich wurden bereits nach 1994 an mehreren Universitäten Gender Studies Departments eingerichtet, an denen zunächst vor allem weiße Frauen oder Südafrikanerinnen indischer Herkunft arbeiteten. Inzwischen hat das Quotensystem im Rahmen des Black-Empowerment-Programms dazu geführt, dass junge schwarze und coloured Frauen und Männer unterschiedlicher Herkunft dort tätig sind und ihren Umgang mit Differenzen auf der Basis von race, class und gender im institutionellen Alltag sowie in Forschungsprojekten konstruktiv und teilweise auch konfliktreich aufarbeiten (vgl. Richter/Morrell 2006).

31 Zur selbstkritischen Reflexion der eigenen Standpunkte in der südafrikanischen Maskulinitäts- und Gender-Forschung trägt der regionale Austausch bei, insbesondere mit Nachbarländern wie Namibia, Mosambik und Simbabwe, die ebenfalls gewaltgeprägte Siedlerkolonien waren und wo langjährige Unabhängigkeitskriege die weiße Kolonialherrschaft beseitigten (vgl. Morrell 2001). So sind südafrikanische Wissenschaftler/-innen beispielsweise bei grenzübergreifenden Forschungsprojekten etwa über Gender bzw. Veränderungen von Maskulinitäten im Kontext von Migration und Flucht aus Kriegsgebieten in hohem Maße zur Selbstreflexion gefordert, d.h. sie müssen immer wieder ihre eigenen Standpunkte hinterfragen (vgl. Gqola 2008: 229ff.).

32 Weitere Faktoren, die den Rahmen für die Selbstreflexion spannen, sind die Bevorzugung durch internationale Förderprogramme, das dominierende Auftreten der südafrikanischen Regierung und die Expansion heimischer Wirtschaftsunternehmen auf dem Kontinent. Diese imperialen Aspekte stellen südafrikanische Forscher/-innen vor die Herausforderung, Kollegen/-innen aus anderen afrikanischen Ländern gleichberechtigt zu behandeln. Andere afrikanische Länder wurden wegen ihrer schlechten Infrastruktur oft bei Förderangeboten übergangen; sie haben internationale Partnerschaften und damit verbundene Förderungen aber dringend nötig, um einen weiteren brain drain qualifizierter Wissenschaftler/-innen zu vermeiden. Dies ist insbesondere in repressiven Staaten ein Problem, die kritische Forscher/-innen keineswegs nur wegen der niedrigen Gehälter, die nicht zum Lebensunterhalt reichen, sondern auch wegen Anfeindungen und Bedrohungen zur Abwanderung zwingen.

33 Um einen intensiven und institutionalisierten Austausch auf dem Kontinent bemüht sich das African Gender Institute (AGI) an der Universität Kapstadt, das Stipendien für junge Forscher/-innen aus ganz Afrika vergibt und durch Partnerschaften mit Gender-Studies-Abteilungen an Universitäten beispielsweise in Ostafrika inhaltlich zusammenarbeitet. So entstanden bereits enge Kooperationen mit ugandischen und kenianischen Forschungseinrichtungen. Ein zentrales Forschungsthema ist Gender in Post-Konflikt-Gesellschaften, wobei die Auseinandersetzung mit Maskulinitäten ein integraler Bestandteil ist (vgl. Clarke 2008: 49ff.). Dies betrifft auch das elektronisch zugängliche themenrelevante Curriculum, das vorrangig auf Studien afrikanischer Autor/-innen basiert.

34 Auch zum komplexen Themenspektrum der Übergangsjustiz forschen Mitarbeiterinnen des AGI im Austausch mit Wissenschaftler/-innen in anderen afrikanischen Ländern, schließlich gilt die Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika aus Gender-Sicht keineswegs als „Exportschlager“ (vgl. Scanlon/Muddell 2009) zur Aufarbeitung von politisch motivierten Gewaltverbrechen (vgl. Scanlon/Muddell 2009: 9ff.). Zwar fanden auf Druck von Wissenschaftlerinnen und Frauenrechtsaktivistinnen einige Spezialanhörungen statt; deren konkrete konzeptionelle Vorschläge für systematische Gender-Analysen des Apartheidsystems wurden aber von den Kommissionsmitgliedern abgelehnt. So wurden die vielschichtigen, politisch verursachten geschlechtsspezifischen Gewaltmuster und deren gesellschaftliche Wirkungen nicht aufgedeckt.

35 Ein weiteres Thema des AGI ist die Männlichkeitsprägung in kriminellen Banden, die mit der Entstehung und Bedeutung krimineller Banden während der Apartheid, der seitdem verbreiteten maskulinen Gewaltkultur und mit den heutigen sozio-ökonomischen Strukturproblemen sowie mangelnden Einkommens- und Statusmöglichkeiten in Beziehung gesetzt wird (vgl. Salo 2006: 148ff.).

36 Für den fachlichen und interdisziplinären Austausch sorgen Zeitschriften wie „Feminist Africa“, „Agenda“, „Conflict Trends“ und das „African Journal of Conflict Resolution“. Während das AGI die erstgenannte Zeitschrift veröffentlicht und „Agenda“ von unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Feministinnen getragen wird, gibt das African Centre for Constructive Resolution of Disputes (ACCORD) die letztgenannten Journale heraus, worin regelmäßig Artikel zu Gender-Themen erscheinen. Manuskripte von Wissenschaftlern/-innen aus allen Kontinenten sind willkommen, faktisch nutzen vor allem afrikanische Forscher/-innen diese Fachzeitschriften. Studien von Wissenschaftler/-innen aus franko- und lusophonen Ländern werden ins Englische übersetzt und damit der anglophonen Fachwelt in und außerhalb Afrikas in Print- und Online-Versionen zugänglich gemacht. Diese Inklusionsstrategie unterscheidet sich von etlichen Journalen, die in den USA erscheinen und in deren Peer-Review-Verfahren Manuskripte auf Französisch oder Portugiesisch schon aus Sprachgründen scheitern würden.

3. Maskulinitätsforschungen in Uganda

37 Publikationsmöglichkeiten sind auch für ugandische Wissenschaftler/-innen wichtig, die sich in schwierigen Forschungs- und Arbeitskontexten bewegen (vgl. Maina 2009: 48ff.). Nachdem das ostafrikanische Land 1962 seine Unabhängigkeit erlangte und die Jahrzehnte lange britische Kolonialherrschaft endete, errichteten unterschiedliche Diktatoren eine Gewaltherrschaft, die auf Polizei und Armee basierte. Gegen die Despoten und ihre Gewaltsysteme ging in den 1980er Jahren die National Resistance Army vor, eine Guerillaorganisation, deren Anführer Yoweri Museveni 1986 als Präsident die Macht im Land übernahm. Ihn bekämpften fortan unterschiedliche spirituell ausgerichtete Guerillagruppen, die zum großen Teil aus demobilisierten Soldaten bestanden, die in eine unsichere Zukunft entlassenen worden waren. Während der langen Kriegsjahre nahmen die Guerillaeinheiten – allen voran die Lord’s Resistance Army (LRA) unter Joseph Kony – auch immer mehr Kinder gefangen und setzten sie als Kämpfer ein. Die Kriegshandlungen und Zwangsumsiedlungen von mehr als einer Million Menschen in sogenannte Schutzdörfer, die von der Armee kontrolliert wurden, fanden vor allem in den nördlichen Landesteilen statt (vgl. Angulo 2001). Wiederholt scheiterten Friedensverhandlungen, im Oktober 2005 erließ der internationale Strafgerichtshof auf Bitte der ugandischen Regierung Haftbefehle gegen die LRA-Führer. Politische Beobachter und Menschenrechtsorganisationen gehen unter Bezug auf Informationen von Flüchtlingen davon aus, dass die LRA nun in der Demokratischen Republik Kongo ihre Basis hat. Seitdem streiten Vertreter/-innen von Friedens- und Menschenrechtsgruppen über das Vorgehen der Regierung, da auch Soldaten der ugandischen Armee Menschenrechtsverbrechen begingen und die Lage weiterhin angespannt ist.

38 Zu den zentralen Themen der ugandischen Gender-Forschung zählen die geschlechtsspezifischen Auswirkungen von Kriegen und gewaltsamen Konflikten. Während das Gender Studies Department und Wissenschaftlerinnen, die für die unabhängige Frauenrechtsorganisation ISIS/WICCE arbeiteten, in den 1990er Jahren zunächst die systematische Verbreitung von sexualisierter Gewalt als Kriegsstrategie sowie deren Effekte für die Geschlechterbeziehungen aufzeigten und die Chancen und Grenzen politischer Reformen und Rechtsreformen zur Erreichung von Geschlechtergerechtigkeit und Frieden ausloteten (vgl. ISIS/WICCE 1998, 2001), berücksichtigen Forschungen nun auch die mittel- und langfristigen Folgen der gewaltsamen Konflikte sowie der Militarisierung der Gesellschaft für Männer unterschiedlichen Alters und Status. Junge ugandische Wissenschaftler/-innen in interdisziplinären –vereinzelt auch in internationalen – Teams, bei denen Forscher/-innen, Menschenrechtsexperten/-innen und Friedensaktivisten/-innen kooperieren, dokumentieren, dass geschlechtsspezifisches Gewalthandeln für viele Männer als Autoritätsbeweis erscheint, zumal andere Formen der Selbstbestätigung in dem wirtschaftlich vernachlässigten Norden Ugandas fehlen (vgl. Okello/Hovil 2007: 333ff.). Empirische Studien dokumentieren, wie verbreitet das Problem in den Flüchtlingslagern ist, wo Empowerment-Programme ausschließlich Frauen fördern (vgl. Refugee Law Project 2007, Dolan 2002: 57ff.). Dadurch fühlen sich zahlreiche männliche Flüchtlinge in ihrem maskulinen Selbstverständnis bedroht, schließlich sind ihnen jegliche Möglichkeiten zum eigenständigen Wirtschaften entzogen worden. Die Guerillas raubten ihre Rinder, die Armee zwang sie jahrelang in überfüllte Flüchtlingslager, wo Regierungsmitarbeiter Nahrungsmittelhilfe bevorzugt an Frauen vergaben, da sie als verantwortliche Mütter galten. Trotzdem erwartete die Gesellschaft von den Männern weiterhin die Erfüllung ihrer Versorgerrollen. Wegen der mangelnden Einkommensmöglichkeiten der Männer sanken ihre Heiratschancen, selbst Liebschaften konnten sie nicht finanzieren. Hingegen konnten sich Soldaten der ugandischen Armee dank ihres Solds mehrere Freundinnen leisten, was die jungen Männer in den Flüchtlingslagern als Affront auffassten. Hinzu kommt aufgrund der hohen HIV-Rate in der Armee das Problem, dass die Soldaten als Verbreiter von HIV-Infektionen gelten, was Geschlechterkonflikte verstärkt.

39 In Reaktion auf die radikalen Umbrüche, die viele Männer als irritierend und demütigend wahrnahmen, ließen sich einige von der ugandischen Armee anwerben, obwohl sie sich dann arroganten Kommandanten aus dem Süden des Landes fügen mussten. Andere schlossen sich Milizen an, die sie erneut bewaffneten. Etliche demobilisierte Kindersoldaten die heute junge Männer sind, haben keine Möglichkeiten, ihre traumatischen Kriegserlebnisse aufzuarbeiten – weder das Töten noch die selbst erlittene Gewalt. Wissenschaftler/-innen, die an das Gender Department der Universität in Kampala assoziiert sind und teilweise für Nicht-Regierungsorganisationen arbeiten, zeigten, dass hierdurch die Gewalt zwischen Männern eskalierte (vgl. Dolan 2002: 57ff.). Einige Soldaten misshandelten und vergewaltigten junge aufmüpfige Männer in den Flüchtlingslagern. Sie galten fortan als Homosexuelle, allerdings ist Homosexualität in Uganda ein Straftatbestand, weshalb die Opfer die Gewaltakte weder anzeigen noch Hilfe suchen konnten.

40 In Folge der von fundamentalistischen christlichen Predigern und Politikern angeheizten Homophobie sind Homosexuelle, insbesondere Männer, die sich geoutet haben, von körperlichen Übergriffen und Ermordungen bedroht, wodurch die Täter martialische Maskulinitätsvorstellungen inszenieren und Hierarchien zwischen Männern festigen (vgl. Dolan 2011: 126ff.). Auch Forscher, die über Maskulinität und Gewalt arbeiten, sind gefährdet. Umso wichtiger sind internationale Vernetzungen, die auf diese Verbrechen aufmerksam machen, um die Wissenschaftler zu schützen.

4. Internationale Forschungskooperationen

41 Wissenschaftliche Austauschprogramme können dazu beitragen, Interdependenzen zwischen geschlechtsspezifischen Gewaltmustern und institutionalisierter Gewalt während und nach Kriegen oder Gewaltkonflikten aufzuzeigen. Die skizzierte Komplexität der Forschungen in Südafrika und Uganda illustriert, wie erkenntnisreich die Studien sind. Besonders innovativ sind empirische Detailstudien über Maskulinitätskonstrukte und Machtverhältnisse zwischen Männern, die Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam erarbeiten. Vor Ort leisten sie wichtige Beiträge zum Verständnis der vielfältigen Hintergründe und weitreichenden Folgen dieser Gewaltmuster, resultierend aus ihren Erkenntnissen und persönlichen Gewalterfahrungen werden einige Wissenschaftler/-innen politisch aktiv und verlangen von ihren Regierungen systematische Gegenstrategien.

42 Sie leisten wichtige Beiträge für eine qualifizierte Ausbildung im Rahmen des Wiederaufbaus, dazu brauchen sie bessere Forschungs- und Lehrbedingungen. Neuerdings zielen einzelne internationale Förder- und Kooperationsprogramme beispielsweise zwischen dem Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg und der Makerere-Universität in Kampala auf die qualifizierte Forschung und Lehre ab. Eine explizite Gender-Kooperation, die Migrationsprozesse nach Kriegen untersucht, haben einzelne Gender-Expertinnen der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, der Humboldt- Universität zu Berlin und Gender-Forscher/-innen der Makerere-Universität initiiert. Diese internationalen Kooperationen sind noch zu jung, um sie zu evaluieren, allerdings zeichnet sich schon ab, dass die Beteiligten ihren Austausch als Wertschätzung der eigenen Arbeit und als profilschärfende Lernplattformen verstehen, auf deren Basis sie neue Projekte beantragen können. Wünschenswert wäre es, wenn die deutschen Gender-Studies-Studiengänge diesen Interessen insgesamt mit größerer Offenheit begegnen würden. Solche Kooperationen könnten auch eine Basis bieten zur intensiven Diskussion über Konzepte, Methoden, Erklärungsansätze und konkrete empirische Studien im Kontext der Maskulinitätsforschungen, zumal hier Maskulinitätsdynamiken und deren komplexe Interdependenzen mit anderen gesellschaftlichen Differenzen sowie mit sozio-ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen, den Auswirkungen kultureller Aspekte, der Macht des Militärs, mit Identitätspolitiken und mit Aspekten wie sexualisierter Gewalt – auch gegen Männer – und HIV/AIDS in Beziehung gesetzt werden.

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Autorin

Rita Schäfer
Ethnologin, Gender-Forschungen in verschiedenen afrikanischen Ländern, freiberufliche Wissenschaftlerin und Gutachterin

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